3:45 Uhr…Ich habe schlecht geschlafen und ich bin sooo müde…es ist verdammt warm und schwül…das T-shirt klebt am Körper… was solls…ich muss aufstehen…das Speedboot wartet…ich habe Field (ja solche Name gibt es wirklich) aus den USA gefragt, ob er mich mit zum Ablegeplatz per Mototaxi begleitet…so ganz allein um die Uhrzeit wollte ich dann doch nicht mit Sack und Pack durch Iquitos düsen…gesagt…getan…nach ca. 15 Minuten sind wir angekommen und ich verabschiede Field…dann heißt es einreihen…Pass vorzeigen und den Rucksack kontrollieren lassen…ich hoffe der Typ packt mir nicht heimlich irgendwelche Drogen ins Gepäck…dann kann ich endlich aufs Boot…5:30 geht’s los…so war zumindest der Plan…es dauert dann „nur“ eine Stunde länger und schon legen wir ab!…yipppie…die Fahrt auf dem wasserreichsten Fluss der Erde verbringe ich mit abratzen…und Buch lesen…zum Schluss betreibe ich noch ein wenig Grobverständigung mit einer Neunjährigen, die in der Schule Englisch lernt…sehr witzig! Gegen 16 Uhr sind wir dann endlich an der Grenze…wir werden auf einem schwimmenden Ponton abgesetzt und mit ein paar Amerikanern nehme ich ein kleines Boot zur peruanischen Siedlung Santa Rosa…hier muss ich zunächst zur Polizei und dann zur offiziellen Behörde um meinen Ausreisstempel zu bekommen…danach setze ich mit einem anderen Boot über auf die andere Seite des Amazonas…hier treffen neben der peruanischen auch die brasilianische und die kolumbiianische Grenze aufeinander…eine nicht ganz ungefährliche Gegend, die unter anderem auch im Drogenschmuggel eine nicht unwesentlich Rolle spielt…ich sage deutlich, dass ich nach Leticia (Kolumbien) möchte…werde aber selbstredend in Tabatinga (Brasilien) abgesetzt…nachdem klar ist, dass ich da gar nicht hinwollte, werde ich dann doch nachLeticia gebracht…ich schnalle meine 500 kg Gepäck auf den Rücken und marschiere los um das Hotel Santa Helena zu finden…irgendwie scheint keiner das Etablissement zu kennen bzw. werde ich in die falsche Richtung geschickt…so dass es mich einige Zeit und Mühen (schmerzender Rücken und Schultern) kostet, um fündig zu werden…das Hotel ist ganz nett…Englisch wird natürlich auch hier nicht gesprochen…dafür habe ich nen Fernseher und sogar eine Klimaanlage. Als ich mich ins Wlan einloggen will muss ich feststellen, dass das jute alte Internet hier nich so will wie es soll…die Besitzerin meint nur…“manchmal geht so, manchmal ist schlecht“…mist…ich brauch doch noch die Informationen von Annika, wie ich in Salvador genau das Haus finde…na das wird schon irgendwie…ich mache mich erstmal auf die Socken um Geld zu tauschen…meine US $ machen sich gut um ein paar Kolumbianische Peso zu bekommen…danach schnappe ich ein Mototaxi und fahre rüber nach Tabatinga zur Grenzbehörde…ich schaffe es gerade noch 5 Minuten vor Feierabend reinzustürmen und mir einen Stempel abzuholen…wer weiß ob es Ärger gegeben hätte, wenn ich erst einen Tag später aufgedribbelt wäre…ich verabrede mich dann noch mit dem Fahrer für den nächsten Tag…er soll mich 14:15 Uhr abholen, um mich zum Flughafen zu bringen…anschließend esse ich noch einen Happen und falle völlig kaputt ins Bett…am Samstag tausche ich meine restlichen Dollar in Peso und brasilianische Real…ich kaufe noch ein wenig Essen ein und dann startet auch schon das erste Achtelfinale…Brasilien-Chile…ein spannendes Spiel…indem Brasilien glücklich im Elfmeterschießen triumphiert…und danach beginnt der Wahnsinn…hunderte Brasilianer fahren auf ihren Motorädern durch die Straßen von Leticia…ein Hupkonzert vom Feinsten…alles ist verstopft…ach du Sch**** …das hatte ich gar nicht bedacht…wie soll ich denn jetzt rechtzeitig über die Brücke gelangen, welche die südlichste kolumbiansiche Stadt mit dem brasilianischen Grenzort verbindet??? Und wo bleibt der Mototaxifahrer…der Heini taucht einfach nicht auf…ich muss schnell reagieren und zum Glück fährt ein anderes Mototaxi vorbei, welches mich dann geschickt durch die Massen manövriert….puhhh…das ist ja nochmal gut gegangen…der Flughafen ist sooo klein, dass ich direkt durch die Taschenkontrolle muss…danach kann ich mein Ticket abholen…ich will schon zum Warteraum, da soll ich doch noch meinen kleineren Rucksack auf die Waage legen…es sind nur 5kg erlaubt (?!?)…natürlich habe ich fast doppelt soviel…und was macht das für einen Sinn…das Gesamtgewicht ändert sich dadurch nicht…egal…ich soll umpacken…ja toll…ich nehme meinen Laptop raus und wiege ihn, um zu sehen ob es sich lohnt…2kg…jut….immerhin schon mal was…aber Halt…elektronische Geräte müssen im Handgepäck bleiben…oh Mann!…ich verstaue ein paar Hosen und Schuhe im großen Rucksack und packe Ladegerät etc. in den kleinen Beutel, den ich noch dabei habe, wo Essen usw. drin ist…für den interessiert sich komischwerweise keiner…erneutes Wiegen…6 kg…passt…ich packe wieder Ladegerät und Co. zurück…haha…ausgetrickst…jetzt aber in den Wartesaal…aber nein…ich soll das Gepäck erneut durchleuchten lassen…ich habe ja umgepackt und da könnte ich ja irgendwas veranstaltet haben…soso…na wenn ihr meint ich kann zaubern…bitteschön…natürlich ist alles in Ordnung und dann habe ich es endlich geschafft…die Wartezeit wird mit Kolumbien gegen Uruguay verkürzt und dann heben wir ab…der Dschungel gleicht von oben einem grünen Ozean und der Amazonas schlängelt wie eine riesige Schlange durch die Landschaft…ein beeindruckender Anblick!…der Flug ist gut und kurz nach 19 Uhr komme ich in Manaus, der größten Stadt am Amazonas, an…jetzt heißt es warten…warten…warten…mein nächster Flug nach Salvador startet erst 2:15 Uhr früh…ich sag euch…das macht gar keinen Spaß…besonders wenn man müde ist, aber auf sein Gepäck aufpassen muss…also Buch raus und lesen…“5 Star Billionäre“…eine Geschichte über 5 Personen in Shanghai…habe ich in irgend einem Hostel mitgenommen…und das ist wirklich nicht schlecht…nachdem ich endlich einchecken kann begebe ich mich in den Wartesaal und gönne mir ein Subway Sandwich…das kann man hier aus dem Kühlschrank nehmen und dann in der Microwelle aufwärmen….wie lecker!…gestärkt gelingt es mir dann auch tatsächlich noch eine Wlan Verbindung herzustellen und ich kann die Fotos vom Haus in Salvador abfotografieren…klasse!…im Flieger bin ich dann die ganze Zeit am pennen…wenn man das so nenne kann…eher wegnicken…gegen 7 Uhr landen wir in Rio de Janeiro (Zwischenlandung) und ca. zwei Stunden später geht es weiter nach Salvador, wo ich schließlich gegen 11 Uhr ankomme…yippie…jetzt muss ich nur noch den Bus finden…das ist dann aber recht einfach und weil Sonntag ist auch echt billig…ca. 50 Cent…ich schaffe es auch richtig auszusteigen und das Apartment zu finden, welches Annika und Ryan gemietet haben…man man man…das war vielleicht ein Trip…jetzt geht’s in eine Bar…Holland-Mexiko steht auf dem Plan…“Herr Ober…ein kühles Blondes bitte!“



